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Investoren müssen sich auf länger anhaltend höhere Zinssätze einstellen, nachdem der Nahostkonflikt den Ölmarkt erschüttert hat

2026/03/19 10:50
4 Min. Lesezeit
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Seit Beginn des Iran-Krieges war die Markterzählung einfach: Der Ölpreisanstieg, der inflationäre Impuls und die breitere Preisvolatilität des Marktes werden vorübergehend sein und abklingen, sobald der Konflikt endet, was es den Zentralbanken ermöglicht, die Wirtschaft und die Märkte mit billigem Geld zu schmieren, wie sie es seit 2008 konsequent getan haben.

Aber es gibt eine Gegenmeinung, die besagt, dass die Narben des Iran-Krieges lange anhalten werden in Form eines strukturell erhöhten globalen Inflationsbodens. Dies könnte die Renditen über alle Anlageklassen hinweg beeinflussen, einschließlich Aktien, Krypto und Anleihen.

Die Antwort darauf liegt in der wichtigsten Erkenntnis aus dem Iran-Krieg: Die Energiemärkte sind fragil, und große Volkswirtschaften sind Ölpreisspitzen und Störungen der Energieversorgung ausgesetzt.

Jahrzehntelang verließen sich mehrere Länder, darunter große Volkswirtschaften, auf globale Energieversorgungsketten, preisgetriebene Märkte und komparative Vorteile. Dieses Modell funktionierte, ist aber nun inmitten der jüngsten Störung in der Straße von Hormus zusammengebrochen, die zu massiven Energieengpässen auf der ganzen Welt geführt hat, auch in großen Volkswirtschaften wie Indien, Japan und Südkorea. Wenn sich der Konflikt hinzieht, könnten schließlich auch Länder wie China, die über beträchtliche Reserven verfügen, leiden, einschließlich der vermeintlich energieunabhängigen USA.

Das Ergebnis: In Zukunft wird wahrscheinlich jede Nation Energieunabhängigkeit und Sicherheit zum Kern ihrer nationalen Sicherheitsstrategie machen.

Laut Energiemarktexperte Anas Alhajji wird dieser Trend eine rasche Deglobalisierung der Energiemärkte auslösen, wobei Kontrolle über Kosten Vorrang hat und hartnäckige Inflation gezüchtet wird.

„Sobald sich diese Denkweise durchsetzt, werden die globalen Energiemärkte nie zum alten Modell des offenen, preisgetriebenen, weitgehend kommerziellen Handels zurückkehren. Stattdessen werden kapitalistische Volkswirtschaften – historisch abhängig von Markteffizienz, globalen Lieferketten und komparativen Vorteilen – zunehmend den chinesischen Ansatz widerspiegeln: starke staatliche Lenkung, strategische Lagerhaltung, vertikale Integration, Subventionen für inländische Champions und Priorisierung von Selbstständigkeit/Kontrolle über reine Kostenminimierung", sagte er in einem Erklärer auf X.

Er fügte hinzu, dass den meisten Nationen Chinas zentralisierte Lieferkette, Industriebasis und Entscheidungsfindung fehlen, was zu langsamerer Innovation, fragmentierten Märkten und höheren Kosten führen könnte.

„Das Ergebnis: höhere Kosten, langsamere Innovation in einigen Bereichen, fragmentierte Märkte und reduzierte Gesamteffizienz für Volkswirtschaften westlichen Stils, alles im Namen der ‚Sicherheit'. Energie hört auf, nur eine weitere Ware zu sein; sie wird zu einer geopolitischen Waffe und einer inneren Festung", bemerkte er.

Mit anderen Worten: Die Auswirkungen des Iran-Krieges gehen über die kurzfristige Preisvolatilität des Öls hinaus.

Es gibt bereits Anzeichen für weitreichende Folgen, die alles von Düngemitteln und Nahrungsmittelproduktion bis hin zur Industrieproduktion und vielleicht sogar der Chipherstellung und der Halbleiterindustrie betreffen, da die Störung in der Straße von Hormus die Versorgung mit Helium und Schwefel abschneidet, die für die Chipherstellung entscheidend sind.

Darüber hinaus hat die UN bereits vor höheren Lebensmittelpreisen weltweit gewarnt.

Auswirkungen auf Vermögenswerte

All dies bedeutet, dass Zentralbanken möglicherweise nicht mehr den Spielraum haben, den sie einst hatten, um den Liquiditätshahn schnell aufzudrehen, um die Wirtschaft und Vermögenspreise zu unterstützen.

Von 2008 bis 2021 lag der globale Verbraucherpreisindex (CPI) oder die Inflationsrate durchschnittlich unter 3% (kurz ansteigend auf 8% im Jahr 2022, nur um 2024 wieder auf 3% zu fallen), laut Datenquelle St. Louis Fed. Dies ermöglichte es Zentralbanken, einschließlich der Fed, BOJ und anderen, ultralockere Geldpolitiken zu verfolgen, die Zinssätze auf oder unter Null setzten und Liquidität über aggressiven Anleihenkauf oder quantitative Lockerung pumpten, was epische Gewinne über alle Märkte hinweg anheizte. Bitcoin stieg beispielsweise von einem einstelligen Dollar-Preis im Jahr 2011 auf 126.000 $ im Oktober letzten Jahres.

Aber mit einem erwarteten strukturell höheren Inflationsboden verschiebt sich dieses Paradigma. Zentralbanken können nicht länger davon ausgehen, dass sie immer Zinsen senken können, um Wachstum anzukurbeln. Die Liquidität könnte eingeschränkter sein, was die Renditen über alle Anlageklassen hinweg begrenzt.

Die Botschaft ist klar: Investoren sollten sich auf eine Welt vorbereiten, in der Inflation hartnäckig ist, die Geldpolitik weniger entgegenkommend ist und Preisvolatilität des Marktes die neue Normalität ist.

Quelle: https://www.coindesk.com/markets/2026/03/18/the-era-of-cheap-money-is-over-as-the-iran-war-creates-a-permanent-inflation-floor

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