Die Frage, ob XRP kopiert werden kann, konzentriert sich oft auf Open-Source-Code und Blockchain-Forks, aber eine kürzlich von einem Mitglied der XRP-Community geteilte Erklärung lenkt die Aufmerksamkeit auf etwas Tieferes.
Seine Kommentare konzentrieren sich auf Ripples patentierte Zahlungsarchitektur und darauf, wie die tatsächliche Funktion von XRP nicht nur durch Netzwerkeffekte und Liquidität geschützt ist, sondern durch geistiges Eigentum, das regelt, wie Werte tatsächlich über Finanzsysteme hinweg bewegt werden.
Das Mitglied der XRP-Community, bekannt als Wilberforce Theophilus, verwies auf das US-Patent Nr. 10.902.416 als Grund, warum XRP nicht von einer anderen Kryptowährung nachgebildet werden kann. Dieses Patent umfasst ein System zur Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen unter Verwendung eines digitalen Vermögenswerts als Brücke zwischen verschiedenen Währungen und Institutionen.
Der Fokus liegt auf dem vollständigen Abrechnungsprozess, der die Notwendigkeit vorfinanzierter Konten beseitigt und Kosten und Zeit reduziert. Der patentierte Ablauf beschreibt, wie Liquidität unter Verwendung von XRP beschafft, ausgetauscht und abgewickelt wird. Mit diesem Patent bedeutet dies, dass keine Kryptowährung diese Funktion ohne XRP ausführen kann.
Das zweite Patent, US-Patent Nr. 11.998.003, baut auf Ripples früheren Designs auf und ist darauf ausgelegt, fortgeschrittene Interoperabilität zwischen verschiedenen Ledgern und Zahlungsnetzwerken abzudecken. Dieser Schutz gilt für die Art und Weise, wie unterschiedliche Systeme zu einem einzigen Zahlungsfluss verknüpft werden, der über Jurisdiktionen und Infrastrukturen hinweg funktionieren kann.
Laut Wilberforces Erklärung wird hier eine Nachbildung in der Praxis unmöglich. Selbst wenn ein anderes Projekt eine schnelle Blockchain entwirft, kann es nicht Ripples exakte Architektur zur Verbindung von Banken, Zahlungsanbietern und Blockchains mit XRP als eingebettetem Abrechnungsmedium kopieren. Diese Architektur ist rechtlich geschützt.
Die oben genannten Patente sind nur einige wenige aus der Gesamtzahl der von Ripple Labs, der Muttergesellschaft von XRP, gehaltenen Patente. Derzeit hält Ripple Labs weltweit etwa 39 Patente, von denen 18 erteilt wurden.
Auf oberflächlicher Ebene sind Teile des XRP Ledgers Open Source, was bedeutet, dass Entwickler den Code studieren und ihn sogar forken können, um ähnlich aussehende Netzwerke zu erstellen. Dies hat zu Annahmen geführt, dass XRP selbst leicht repliziert werden kann.
Ein Team könnte den Konsensmechanismus, die Transaktionsgeschwindigkeit und die Gebührenstruktur nachbilden und sogar einen neuen Token ausgeben, der auf dem Papier fast identisch funktioniert. In diesem engen technischen Sinne kann XRP dann kopiert werden. Der Wert von XRP kommt jedoch nicht allein vom Code.
Der Wert von XRP lässt sich auf über ein Jahrzehnt Live-Betrieb, tiefe Börsenliquidität über verschiedene Jurisdiktionen hinweg und seine Verbindung mit Ripple zurückführen, das jahrelang Beziehungen zu Banken, Zahlungsanbietern, Regulierungsbehörden und Institutionen aufgebaut hat.
Die Software definiert, wie Transaktionen auf einem Ledger verarbeitet werden, aber sie definiert nicht das rechtlich geschützte System, das XRP als Brücken-Asset zwischen Finanzinstituten verwendet. Ripple arbeitet beispielsweise intensiv daran, XRP als Brücken-Asset zu positionieren, wobei ein aktuelles Beispiel die Expansion in den Nahen Osten durch eine Partnerschaft mit der Riyad Bank ist.


