Ein kurzer Rückgang des Bitcoin-Kurses unter 76.000 USD in dieser Woche sorgte dafür, dass der Kurs der Aktie von Strategy um sieben Prozent fiel. Das zeigt deutlich eine Tatsache, die Märkte nicht mehr ignorieren können: Die gesamte Position des Unternehmens von 713.502 BTC liegt nun genau beim Einstandspreis.
Diese neue Situation macht aus einer Wette der Firmenkasse einen echten Bezugspunkt für den gesamten Markt.
Strategy, früher MicroStrategy, besitzt etwa 3,57 Prozent des gesamten Bitcoin-Vorrats. Dadurch ist das Unternehmen nicht mehr nur ein großer Halter – es ist jetzt ein Teil der Marktstruktur.
Die Zahlen zeigen diese Veränderung gut. Am 1. Februar hielt Strategy 713.502 BTC. Diese wurden für ungefähr 54,26 Mrd. USD zu einem durchschnittlichen Kurs von 76.052 USD pro Coin gekauft. Als Bitcoin am Montag auf 74.500 USD fiel – der niedrigste Stand seit April –, rutschte die gesamte Position des Unternehmens kurz ins Minus.
Der Kurs hat sich inzwischen auf etwa 78.800 USD erholt. Dennoch wurde sichtbar, dass die 76.000-USD-Marke nun als wichtiger Bezugspunkt dient. Laut Maartunns Analyse liegen aktuell rund 61 Prozent der im Umlauf befindlichen Bitcoin über dem aktuellen Marktpreis, während 39 Prozent darunter liegen. Strategy sitzt mit ihrer großen Position genau auf dieser Grenze.
Trotz der starken Kursschwankungen gab Strategy bekannt, weitere Bitcoin gekauft zu haben: 855 BTC zu einem Durchschnittskurs von 87.974 USD. Das zeigt zwar, dass die Firma weiter an ihrer Bitcoin-Strategie festhält. Allerdings erhöht das auch den Druck auf die Struktur.
Mit dem jüngsten Kauf steigen die Stückkosten von Strategy. Außerdem wächst die Abhängigkeit vom eingesetzten Kapital. Zudem wurden diese neuen Coins zu Kursen gekauft, die etwa sieben Prozent über dem aktuellen Marktpreis liegen. Deshalb stehen die Coins schon jetzt im Minus.
Die Position von Strategy enthält eine Art Hebel – aber nicht so, wie man es von Krypto-Trades kennt. Die Bitcoin-Käufe wurden mit Geld aus der Ausgabe von Aktien, Wandelanleihen und anderen Finanzmarkt-Produkten finanziert.
Berichte an die SEC zeigen, wie viel Geld verfügbar ist: STRK-Vorzugsaktien können noch 20,33 Mrd. USD ausgeben. Weitere Summen gibt es bei STRF (1,62 Mrd. USD), STRC (3,62 Mrd. USD), STRD (4,01 Mrd. USD) und den Stammaktien (8,06 Mrd. USD).
Doch diese Abhängigkeit von den Kapitalmärkten kann einen Rückkopplungs-Effekt auslösen. Fällt der Bitcoin-Kurs, schwächt sich die Strategy-Aktie. Sinkt der Aktienkurs, kann die Firma schwerer neues Kapital durch Aktien verkaufen. Weniger Geld bedeutet weniger Kaufkraft. Ein wichtiger Nachfrageschub fehlt dann, was dem Markt Unterstützung entzieht.
Viele ziehen Parallelen zu früheren Risiken in Krypto. Strategy steht zwar nicht direkt vor dem Ende. Allerdings ist das Unternehmen groß genug, um das Verhalten am Markt zu beeinflussen.
Auch Daten auf der Blockchain zeigen ein vorsichtiges Bild. Die Realisierte Kapitalisierung bleibt gleich – also fließt kein neues Geld in den Markt. Das Spent Output Profit Ratio (SOPR) bleibt unter eins. Das heißt: Kurzfristige Halter verkaufen mit Verlust. Wenn sich bei Spot-Volumen und ETF-Strömen nichts bessert, könnten Kurserholungen wenig Unterstützung finden.
Im Moment sieht es so aus, als würde der Markt sich in einer festen Spanne bewegen und nicht plötzlich deutlich fallen – es sei denn, der Rückkopplungseffekt zwischen Bitcoin-Kurs, Strategy-Aktie und Zugang zum Kapitalmarkt wird negativ.
Der Beitrag Bei 76.000-USD-Marke: Durchschnittlicher Einstiegskurs von Strategy erreicht aktuellen Bitcoin-Kurs erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.

