Der europäische Kryptomarkt steht an einem Wendepunkt. Mit MiCAR tritt erstmals ein einheitlicher Rechtsrahmen für Krypto-Assets in Kraft, während bestehende FiDer europäische Kryptomarkt steht an einem Wendepunkt. Mit MiCAR tritt erstmals ein einheitlicher Rechtsrahmen für Krypto-Assets in Kraft, während bestehende Fi

OKX-Offensive in Europa: Regulierte Derivate, Krypto-Karte & mehr

Der europäische Kryptomarkt steht an einem Wendepunkt. Mit MiCAR tritt erstmals ein einheitlicher Rechtsrahmen für Krypto-Assets in Kraft, während bestehende Finanzregime wie MiFID II zunehmend auch auf digitale Produkte angewendet werden. Für Anbieter bedeutet das steigende regulatorische Anforderungen, für Nutzer potenziell mehr Sicherheit – aber auch weniger Auswahl.

In diesem Umfeld positionieren sich einige wenige internationale Plattformen neu. OKX gehört zu den ersten globalen Anbietern mit MiCAR-Lizenz in Europa und hat zuletzt sein Angebot deutlich ausgeweitet: vom Spot-Handel über regulierte Derivate bis hin zu einer neuen Zahlungskarte für den Alltag.

Im Gespräch mit BeInCrypto erklärt OKX Europe CEO Erald Ghoos wie das Unternehmen Regulierung, Produktentwicklung und Nutzererfahrung zusammenbringen will – und warum Kreditkarten, Stablecoins und Derivate für ihn Teil derselben Strategie sind.

Interview mit OKX CEO Erald Ghoos: Kreditkarte, Derivate & Regulierung

Viele Krypto-Produkte bleiben auf reine Trading-Anwendungsfälle beschränkt. Warum investiert OKX ausgerechnet jetzt stärker in Alltagsfunktionen wie Zahlungen?

Erald: Wenn man es auf das Wesentliche herunterbricht, gibt es drei finanzielle Grundbedürfnisse, die fast jeder Mensch hat: zahlen und bezahlt werden, Vermögen aufbauen und in bestimmten Lebensphasen Kredite aufnehmen.

Der Kryptosektor hat sich lange fast ausschließlich auf den zweiten Punkt konzentriert – also auf Trading und Vermögensaufbau. Was bisher gefehlt hat, sind funktionierende, einfache Lösungen für den Alltag. Genau dort sehen wir eine große Lücke, insbesondere in Europa.

Stablecoins eignen sich aus unserer Sicht sehr gut als Zahlungsmittel. Die Herausforderung war bisher die Umsetzung: komplizierte Konvertierungen, Gebühren und fehlende Akzeptanz. Unser Ziel ist es, diese Reibung zu reduzieren.

Krypto-Karten gibt es bereits einige. Wie hebt sich die OKX Krypto-Kreditkarte von der Konkurrenz ab?

Erald: Hier geht es nicht um die Karte an sich, sondern um das, was sie ermöglicht. Viele bestehende Lösungen funktionieren technisch, sind aber für Nutzer intransparent. Oft müssen Kryptowährungen vorab konvertiert oder auf ein separates Konto geladen werden, teilweise mit versteckten Kosten.

Unser Ansatz war, Zahlungen direkt aus einer Non-Custodial Wallet zu ermöglichen. Stablecoins bleiben bis zum Zeitpunkt der Zahlung in der Wallet des Nutzers. Es gibt keinen vorgeschalteten “custodial” Schritt. Damit behalten Nutzer die Kontrolle über ihre Assets, ohne im Alltag zusätzliche Komplexität zu haben.

Die Karte ist für uns kein isoliertes Produkt, sondern eine Schnittstelle zwischen Onchain-Assets und dem bestehenden Zahlungssystem.

Der europäische Markt wird stärker reguliert und gleichzeitig wettbewerbsintensiver. In zwei Jahren: Was sollte ein europäischer Nutzer sagen, warum er sich für OKX und nicht für einen anderen regulierten Anbieter entschieden hat?

Erald: Regulierung wirkt wie ein Filter. MiCAR setzt Mindeststandards, die kapital- und ressourcenintensiv sind. Nicht jeder Anbieter wird das langfristig stemmen können. Ich rechne deshalb mit einer deutlichen Konsolidierung in den nächsten ein bis zwei Jahren.

Für Nutzer kann das positiv sein, weil die verbleibenden Anbieter hohe Sicherheits- und Compliance-Standards erfüllen müssen. Gleichzeitig wird es weniger, aber stärkere Marktteilnehmer geben.

Für uns bedeutet das, frühzeitig in Regulierung, lokale Teams und Infrastruktur zu investieren – nicht nur auf dem Papier, sondern operativ.

OKX verfügt inzwischen sowohl über eine MiCAR-Lizenz als auch über eine MiFID-II-Struktur. Wie greifen diese beiden Regime zusammen?

Erald: MiCAR erlaubt uns, europaweit Spot-Produkte anzubieten – also Kaufen, Verkaufen und Konvertieren von Krypto-Assets. MiFID II erweitert das Spektrum um regulierte Derivate wie gehebelte Produkte oder Short-Positionen.

Wichtig ist, dass diese Produkte klar getrennt adressiert werden. Derivate sind kein Einstiegsprodukt. Nutzer müssen eine Eignungsprüfung durchlaufen, was im regulierten Finanzmarkt Standard ist.

Unser Anspruch ist, beide Welten in einer Plattform zusammenzuführen, ohne die Nutzererfahrung zu fragmentieren. Der regulatorische Mehraufwand findet im Hintergrund statt.

Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen bei der Kombination dieser Regime?

Erald: Weniger in der Technik, mehr in der Governance. Einige EU-Staaten bevorzugen eine zentralisierte Aufsicht, andere setzen weiterhin auf nationale Zuständigkeiten. Diese Uneinheitlichkeit erzeugt Unsicherheit.

Grundsätzlich ist MiCAR ein wichtiger erster Schritt. Gleichzeitig sehen wir, dass andere Jurisdiktionen – etwa die USA – regulatorisch teilweise schneller und innovationsfreundlicher agieren. Europa sollte darauf achten, Wettbewerbsfähigkeit nicht durch Überregulierung zu verlieren.

Fazit: One-Stop-Shop statt Einzelprodukt

Offensichtlich ist OKX in Europa weniger auf einzelne Produkte als auf einen strukturierten Ausbau unter klaren regulatorischen Rahmenbedingungen fokussiert. Die Kombination aus MiCAR-konformen Spot-Angeboten, dem geplanten Ausbau regulierter Derivate unter MiFID II sowie Zahlungsfunktionen für den Alltag deutet auf den Versuch hin, unterschiedliche Anwendungsfälle innerhalb einer Plattform zusammenzuführen

Entscheidend ist dabei vor allem die kontrollierte Integration von Funktionen, die sich an klar abgegrenzte Nutzergruppen richten. Transparenz, regulatorische Einbettung und die Trennung zwischen Einstiegs- und professionellen Produkten ziehen sich als wiederkehrende Leitlinien durch das gesamte Interview.

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