Weltweit bereiten sich Steuerbehörden auf eine neue Phase der Überwachung von Kryptowerten vor. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat bestätigt, dass das internationale Meldesystem CARF offiziell in Kraft tritt.
Dieses verpflichtet Krypto-Dienstleister dazu, Transaktionsdaten für steuerliche Zwecke zu erfassen.
Die Einführung markiert einen klaren Schritt in Richtung mehr Transparenz innerhalb des Sektors. Regierungen wollen internationale Geldströme besser nachverfolgen und Steuervermeidung bekämpfen. Für Anleger bedeutet das: Anonymität wird zunehmend schwieriger.
CARF steht für Crypto-Asset Reporting Framework und wurde von der OECD entwickelt. Das System verpflichtet Krypto-Dienstleister dazu, Nutzerdaten zu erfassen und mit den Steuerbehörden auszutauschen.
Ab diesem Jahr beginnen 48 Länder mit der Datenerhebung. Der Datenaustausch untereinander ist ab 2027 vorgesehen. Weitere Länder werden später folgen und erhalten mehr Zeit, um ihre nationalen Gesetze anzupassen.
48 Jurisdiktionen werden noch in diesem Jahr mit der intensiveren Erfassung von Kryptodaten beginnen.“ – Quelle: OECD
Ziel ist es, die Steuereinnahmen zu verbessern und grenzüberschreitende Strukturen sichtbar zu machen. Regierungen wollen verhindern, dass Krypto-Vermögen dazu genutzt wird, Gelder dem Zugriff der Steuerbehörden zu entziehen.
Bereits seit 2021 forderten G20-Staaten entsprechende Maßnahmen – die OECD legte daraufhin 2022 konkrete Regeln vor.
Obwohl CARF offiziell für steuerliche Zwecke konzipiert ist, gibt es Bedenken, dass die erhobenen Daten darüber hinaus genutzt werden könnten. Laut dem Kryptosteuer-Unternehmen TaxBit könnten die Informationen Rückschlüsse auf Eigentumsverhältnisse und die Identität von Nutzern ermöglichen.
Länder wie Australien, Kanada, Mexiko und die Schweiz steigen später ein und haben bis 2027 Zeit, sich vorzubereiten. Hongkong prüft aktuell, wie die Vorschriften lokal umgesetzt werden können, um grenzüberschreitende Steuervermeidung zu bekämpfen.
Obwohl die Daten offiziell nur für Steuerzwecke genutzt werden sollen, wächst die Sorge, dass sie auch für andere Zwecke wie Überwachung und Strafverfolgung eingesetzt werden könnten. Experten betonen, dass sich Transaktionen dadurch zunehmend direkt mit der Identität der Nutzer verknüpfen lassen.
Vor allem zentralisierte Plattformen werden eine entscheidende Rolle bei der Erhebung und Weitergabe dieser Daten spielen.
Die OECD hebt hervor, dass die Länder weiterhin selbst für die Durchsetzung und den Schutz der Daten verantwortlich bleiben. Gleichzeitig werden Forderungen nach klaren Grenzen für die Nutzung dieser Daten durch Regierungen lauter.
Die Einführung von CARF ist Teil eines umfassenderen Trends zu strengeren Regelwerken für Krypto-Vermögenswerte. Regierungen wollen erreichen, dass dieselben Vorschriften gelten wie für klassische Finanzinstitute.
Für die Branche bringt das mehr rechtliche Klarheit – jedoch auch zusätzliche Kosten, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Größere Anbieter können sich in der Regel besser anpassen als kleinere Marktteilnehmer.
Het bericht OECD‑Regeln geben Steuerbehörden Krypto‑Einblick verscheen eerst op Crypto Insiders.


