Turkmenistan hat einen seltenen Schritt unternommen, indem es Kryptowährung-Mining und Börsengeschäfte legalisiert hat, während es gleichzeitig eine harte Linie gegen die Verwendung digitaler Vermögenswerte als Zahlungsmittel zieht.
Der Schritt, der Ende November von Präsident Serdar Berdimuhamedov in Kraft gesetzt wurde und am 01.01.2026 in Kraft tritt, markiert eine bedeutende politische Wende für eine der verschlossensten und am strengsten kontrollierten Volkswirtschaften der Welt.
Unter dem neuen "Gesetz über virtuelle Vermögenswerte" sind Kryptowährung-Mining und Handel nun erlaubt, jedoch nur innerhalb eines streng regulierten Rahmens, der von der Zentralbank des Landes überwacht wird.
Digitale Vermögenswerte werden dem Zivilrecht unterstellt, und ein Lizenzierungssystem wurde für Börsen, Verwahrungsdienste und Mining-Betriebe eingeführt.
Die Gesetzgebung stellt jedoch ausdrücklich klar, dass Kryptowährungen nicht als gesetzliches Zahlungsmittel, Währung oder Wertpapiere anerkannt werden und nicht zur Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen innerhalb des Landes verwendet werden können.
Die Struktur des Gesetzes spiegelt Turkmenistans breiteres wirtschaftliches und politisches Modell wider. Alle Miner, ob Einzelpersonen oder Unternehmen, müssen ihre Ausrüstung und Betriebe bei den Behörden registrieren.
Börsen unterliegen obligatorischen Know-Your-Customer- und Anti-Geldwäsche-Regeln, anonyme Wallets sind verboten, und Werbung ist streng eingeschränkt.
Kreditinstituten ist es untersagt, Krypto-Dienstleistungen anzubieten, und Regulierungsbehörden behalten die Befugnis, Betriebe zu stoppen oder Token-Emissionen für ungültig zu erklären, wenn dies als notwendig erachtet wird.
Die Zentralbank ist auch ermächtigt, bestimmte verteilte Ledger-Technologien (Distributed-Ledger-Technologien) zu autorisieren, wodurch Aktivitäten effektiv zu genehmigten und eng überwachten Netzwerken gelenkt werden.
Die Entscheidung kommt nach Jahren eines nahezu vollständigen Verbots von Krypto-Aktivitäten. Bevor das Gesetz unterzeichnet wurde, waren Mining und Handel illegal, und Behörden führten regelmäßig Razzien gegen nicht registrierte Betriebe durch und beschlagnahmten Ausrüstung.
Trotzdem existierte eine Untergrund-Krypto-Community, die über VPNs, Peer-to-Peer-Plattformen und verdeckte Mining-Setups operierte, um Internetbeschränkungen und Durchsetzung zu umgehen.
Zuverlässige Daten über die Größe dieser Community waren rar, aber Prognosen deuten darauf hin, dass Turkmenistan bis Ende 2026
fast 500.000 Kryptowährung-Nutzer haben könnte, was etwa 6,4 Prozent der Bevölkerung entspricht, da die Aktivität in den legalen Bereich übergeht.
Die Energieverfügbarkeit ist einer der Faktoren, die Aufmerksamkeit auf Turkmenistans Politikwechsel lenken.
Das Land verfügt über reichlich Erdgasreserven und produziert mehr Strom als es verbraucht, mit einer installierten Erzeugungskapazität von über 5,4 Gigawatt gegenüber einer inländischen Spitzennachfrage von etwa 4,3 Gigawatt.
Niedrige Energiekosten könnten das Land theoretisch attraktiv für energieintensives Krypto-Mining machen. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass die Hauptherausforderung im Stromnetz selbst liegt.
Ein Großteil der Übertragungs- und Verteilungsinfrastruktur stammt aus der Sowjetzeit und leidet unter häufigen Ausfällen, Ineffizienzen und Problemen mit der Stromqualität.
Während die Erzeugungskapazität ausreichend ist, wirft die mangelnde Netzstabilität Fragen darauf, ob groß angelegtes, industrielles Mining zuverlässig betrieben werden kann, ohne erhebliche private Investitionen in dedizierte Infrastruktur und Stromaufbereitungssysteme.
Das neue Krypto-Rahmenwerk steht auch vor dem Hintergrund von Turkmenistans fragilem Währungsumfeld.
Die Landeswährung, der Turkmenistan-Manat, bleibt das einzige gesetzliche Zahlungsmittel, und die Regierung hält strenge Kontrollen aufrecht, um ihn zu schützen.
Der offizielle Wechselkurs ist seit langem bei etwa 3,5 Manat zum US-Dollar festgelegt, während auf dem Schwarzmarkt berichten zufolge ein viel schwächerer Kurs existiert, der Abwertungsdruck und Kapitalkontrollen widerspiegelt.
Offizielle Inflationsdaten sind begrenzt, aber hohe Inflation wird weithin vermutet, was zur informellen Dollarisierung für Ersparnisse und größere Transaktionen beiträgt.
Indem die Behörden Krypto als Zahlungsmittel verbieten, scheinen sie darauf bedacht zu sein, zu verhindern, dass digitale Vermögenswerte mit dem Manat konkurrieren oder die monetäre Kontrolle schwächen.



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